Kommunalwahlprogramm der Jungen Union Gießen
- Ein Beitrag für die Kommunalwahlen 2006 -
mit der diesjährigen Kommunalwahl möchte die Junge Union in der Stadt Gießen Akzente setzen und hat deshalb ein inhaltliches Programm für die nächsten fünf Jahre aufgestellt. Die ausgewählten Themen sind der kommunalpolitische Kompass der Jungen Union. Es wird gerade für die JU-Kandidaten eine Herausforderung und zugleich eine Freude sein, an der Zukunft der Stadt Gießen mitzuwirken. Damit diese noch attraktiver wird, als sie in den vergangenen fünf Jahren schon geworden ist, werden wir uns für unsere Punkte stark machen. Unser Ziel ist nicht die politische Analyse, sondern eine nachhaltige Gestaltung und Umsetzung unserer Ideen.
1.) Regionale Demografieentwicklung
Deutschland befindet sich zunehmend im demografischen Wandel. Innerhalb von 100 Jahren halbiert sich der Anteil junger Menschen in unserer Gesellschaft. Zugleich nimmt unsere Lebenserwartung stetig zu. Jedes zweite Mädchen, das heute geboren wird, hat eine Lebenserwartung von 100 Jahren, jeder zweite Junge eine von 95 Jahren.
Der Anteil der über 60jährigen in Hessen wird im Jahr 2050 bei rund 30 Prozent liegen. Bei den unter 20jährigen wird eine Prognose von etwa 15,8 Prozent angegeben. Für die Stadt Gießen nimmt das Hessische Statistische Landesamt eine Bevölkerungsabnahme bis zu 10 Prozent an. Die Umkehrung der Alterspyramide, die Schrumpfung der Bevölkerung in Deutschland bei gleichzeitiger Überalterung wird tief greifende Veränderungen bringen - für jeden Einzelnen ebenso wie für die Gesellschaft als ganzes. Die Politik steht in der Verantwortung, angesichts der demografischen Entwicklung so weit wie möglich in die Zukunft zu blicken und vorausschauend bei Themen wie z. B. der Familienpolitik, den sozialen Sicherungssystemen oder der Infrastruktur zu handeln.
Das Stichwort in diesem Zusammenhang lautet "Generationengerechtigkeit" . In Zukunft muss der heranwachsenden Bevölkerung klar werden, dass immer mehr Verantwortung auf ihren Schultern liegen wird. Es kann also nur im Interesse der Stadt Gießen sein, dass eine "kinderfreundliche" Atmosphäre weiter gefördert wird. Daher begrüßen wir die Schaffung des Bundes für Familie ausdrücklich. Die öffentliche Aufklärungsarbeit über diese Themen ist ein politischer Schwerpunkt der Jungen Union in der Stadt Gießen.
Hier sind vor allem intelligente Wohnraumkonzepte gefragt, da geeignete Wohnformen für das Alter gebraucht werden. Neue städtebauliche Leitlinien, wie sie in den letzten fünf Jahren schon umgesetzt wurden, sind hier gefragt. Einzelhandelsgeschäfte in den Innenstädten schließen immer häufiger und so genannte Einkaufszentren entstehen dafür immer mehr auf der "grünen Wiese". Dies lehnen wir ab.
Die Junge Union Gießen sieht die Zukunft der Gießener Einkaufsmöglichkeiten in der Schaffung vor Ort, wie es zum Bespiel mit dem Projekt Neustädter Tor in Gießen angestoßen wurde. Diese Entwicklung soll fortgeführt werden.
Entfernungen müssen stärker nach dem Zeitmaß älterer Menschen berechnet werden. Wir brauchen ein Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, das nicht nur Familien, Schwangeren und Behinderten das Leben erleichtert, sondern zudem seniorengerecht ist. Ebenso müssen Investitionen in die Infrastruktur unter dem Gesichtspunkt des demografischen Wandels und der Nachhaltigkeit bewertet werden. Schulgebäude und weitere städtische Einrichtungen müssen aufgrund dieser tief greifenden Veränderungen auf den Prüfstand.
Ein weiterer Punkt ist die zukünftige Arbeitsmarktpolitik. Ältere Arbeitnehmer sollen wieder attraktivere Arbeitsangebote erhalten. Geschieht dies nicht, würde sich eine Gesellschaft ohne Tradition und Lernprozess entwickeln. Die Erfahrungen und Qualitäten dieser Personen sind deutlich stärker in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ihr Wert ist meist höher als er geschätzt wird.
2.) Stadtentwicklung und Infrastruktur
Seit vor knapp fünf Jahren die Bürgerinnen und Bürger der CDU den politischen Auftrag erteilt haben, die Regierung in Gießen zu stellen, hat sich in der Universitätsstadt viel bewegt. Das Ziel, wieder Planungssicherheit zu gewährleisten und die Entwicklung des Stadtbildes überaus deutlich zu verbessern, wurde erreicht. Die Universitätsstadt präsentiert sich nach fast fünf Jahren in einem wesentlich moderneren und lebendigeren Zustand. Gießen ist heute wieder mit anderen Städten gleichauf.
Die beschädigten Straßen und das marode Stadtbild lockten zuvor kaum einen Studenten freiwillig nach Gießen. Die Junge Union fordert daher, dass die heute noch brach liegenden Flächen der Stadt eine nachhaltige Nutzung erfahren und dem Stadtbild angepasst werden. Gerade Privatinvestoren sollten Ihre Projekte zügig vorantreiben, damit seit Jahren ungenutzte Flächen endlich funktionell und optisch aufgewertet werden.
Bedingt durch den steigenden Anteil der Web- und E-Commerce Branche 74 hat sich das Kaufverhalten vieler Konsumenten verändert. Kunden werden immer erfolgreicher für den Kauf im Internet animiert. Dies ist eine völlig gesetzesmäßige Entwicklung, die durch das Verschmelzen von Telekommunikation und Informationstechnik deutlich an Akzeptanz dazu gewonnen hat. Um den dadurch verursachten Verlust des Einzelhandels entgegenzuwirken, gewinnt das Stichwort "Erlebniseinkauf" umso mehr an Wert. Die Stadt Gießen hat mit dem Bau der Galerie Neustädter Tor den richtigen Schritt dahin getan. Etwa 75% aller Kunden der Gießener Geschäfte kommen aus dem Umland. Mit der Galerie hat die Stadt, neben dem hoch frequentierten Seltersweg die nachhaltige Kundengewinnung und Kundenbindung kontinuierlich gesteigert. Weg von der "Grünen Wiese" lautet hier das Erfolgsmotto. Damit der Einzelhandel in der Innenstadt gestärkt und wirtschaftliche Erfolge verbuchen kann, muss die Kernstadt weiterhin im Besucherfokus bleiben.
Der Bau des neuen Rathauses und die Zusammenführung der einzelnen städtischen Ämter ist für die Bürger und Mitarbeiter ebenso eine Verbesserung wie die zukünftige Nutzung der kulturellen Einrichtungen des Neubaus. Für die Junge Union ist es wichtig, dass für das Stadttheater, die Kongresshalle, das Alte Schloss, das Oberhessische Museum und die neu entstehenden Räumlichkeiten in der Verwaltung ein innovatives Gesamtkonzept entsteht, damit die einzelnen Einrichtungen nicht in Konkurrenz zueinander geraten, sondern sich gegenseitig ergänzen.
Es fehlt Gießen an nötigem Platz für Tagungen und Veranstaltungen. Daher muss ein Kongresshotel entstehen. Die Stadt muss sich dringend um entsprechende Investoren bemühen und geeignete Flächen hierfür vermitteln.
Für neu zugezogene Bürger empfiehlt die Junge Union z.B. jeweils eine Schul-, Kindergarten- und Seniorenbroschüre die regelmäßig erweitert und überarbeitet wird anzubieten. Damit wird frühzeitig die Suche nach geeigneten Einrichtungen erleichtert.
3.) Jugend und Sport
Um der Jugend Gießens die optimalen Voraussetzungen für ein lebendiges Heranwachsen und eine sichere Zukunft zu bieten, müssen die Rahmenbedingungen für attraktive Freizeit-, Bildungs- und Kulturangebote stimmen. Neben den Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in der Politik einsetzen, gibt es in der Stadt Gießen überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger, die auch in den Bereichen des sozialen, kulturellen sowie kirchlichen Engagements, aber auch darüber hinaus in Sportvereinen ehrenamtlich tätig sind. Dieser Einsatz für unsere Gesellschaft muss fortwährend gefördert werden.
Daher fordert die Junge Union Gießen heimische Unternehmen zur Beteiligung an der Initiative "Ehrenamtscard" der Hessischen Landesregierung auf. Die so genannte E-Card soll freiwilliges Engagement belohnen, indem sie Vergünstigungen für Karteninhaber ermöglicht. Solche Vergünstigungen sollten nicht nur öffentliche Einrichtungen gewähren, sondern insbesondere auch private Unternehmen, wie Kinos, Gaststätten oder Freizeiteinrichtungen. Dadurch wird in Zeiten knapper Kassen gesellschaftliche Arbeit nicht nur vereinsbezogen, sondern auch durch projektbezogene Initiativen gewürdigt.
Das Ehrenamt stellt einen der wichtigsten Eckpfeiler unseres gesellschaftlichen Lebens dar. Somit bietet die Junge Union nach der Einführung dieser Initiative in Gießen zukünftigen E-Card Besitzern eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft in der JU Stadt Gießen an. Mit der E-Card soll somit vielen Helfern, die einen immensen Anteil an der Verbesserung des sozialen und kulturellen Miteinanders geleistet haben, gedankt werden.
Der Ausbau der Osthalle ist besonders zu unterstützen. Gerade die Basketballspieler haben der Stadt Gießen bis über ihre Grenzen hinaus zu einem höheren Ansehen verholfen. Zudem steigt durch ein regionales Profiteam die eigene Motivation vieler Sportbegeisterter und verhilft oft zu neuen Mitgliedern in diversen Sportverbänden.
Vereinsarbeit in Form von ideeller und finanzieller Hinsicht ist generell in der Stadt Gießen zu unterstützen und zu fördern.
Weiterhin gilt es, die rapide angestiegene Jugendarbeitslosigkeit in Gießen zu reduzieren. Daher plant die Junge Union der Stadt Gießen eine Ausbildungsoffensive. Jungen Schulabgängern muss die Möglichkeit eröffnet werden, ein interessantes und ausreichendes Ausbildungsangebot vorzufinden. Ohne dies werden zunehmend mehr Jugendliche in andere Regionen abwandern und damit als ein wichtiger Pfeiler der heranwachsenden Bevölkerung Gießens fehlen.
Eine wichtige Herausforderung ist die Integration ausländischer Jugendlicher in unsere Gesellschaft. Daher müssen wichtige Fördermaßnahmen, die eine Chancengleichheit verbessern, unterstützt werden. Neben Deutschkursen müssen auch vermehrt kulturelle Angebote gemacht werden, damit keiner mehr ins Abseits gerät und sogar straffällig wird. Die Junge Union steht für den kulturellen Austausch und fordert auch von den Gießener Bürgern Toleranz gegenüber allen Mitmenschen. Gießen steht in der Tradition, Verfolgten und Flüchtlingen eine neue Heimat geboten zu haben. Dies soll auch so bleiben.
4.) Schule und Bildung
Bildung ist der Motor unserer Gesellschaft. Die Junge Union hat schon in der Vergangenheit wichtige Themen angestoßen und versteht sich als einer der Ideengeber. Auch in Zukunft will sich die Junge Union in diesem Themenbereich einbringen und aktiv mitgestalten. Gießen ist mit seiner Schulformvielfalt, der Universität, der Fachhochschule, der Verwaltungsfachhochschule und dem Hessischen Verwaltungsschulverband ein wichtiger Bildungsstandort in Hessen. Diese Potentiale können noch effektiver genutzt werden.
Das Augenmerk der Jungen Union liegt insbesondere dabei auf zwei Schularten. Zum einen sind dies die Haupt und Realschulen. Sie erfahren mit der Aufwertung durch verbesserte räumliche, personelle und sächliche Ausstattung in Verbindung mit den Abschlussprüfungen nun wieder die Beachtung, die ihnen und ihren Schülerinnen und Schülern gebührt. Zum zweiten sind dies die beruflichen Schulen in Giessen. Dort werden Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen und Fähigkeiten in einer Weise gefördert, wie es an keiner allgemeinbildenden Schule der Fall sein kann., In einer breiten Fächerpalette von Ernährung bis Sozialpädagogik über den kaufmännischen-betriebswirtschaftlichen Bereich bis hin zu Metall-, Elektro- und Informationstechnik können dort unterschiedliche Abschlüsse erworben werden. Diese reichen vom mittleren Abschluss bis hin zur allgemeinen deutschen Hochschulreife.
Die Identifikation der Schulen, Universität, Fachhochschule und der Verwaltungsfachhochschule mit der Stadt - und umgekehrt - muss durch vielseitige und übergreifende Initiativen verbessert werden:
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Tage der offenen Tür
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Probestudienwoche für Abiturienten
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Regelmäßige "Schülervorlesungen" in der Oberstufe
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Kooperation und projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Schulen und Museen
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verstärkte Einbeziehung der Fachkompetenz der Hochschulen in den Bereichen Kultur, Politik und Sport
Die Ausgründung von unternehmerischen Initiativen aus der Universität und Fachhochschule in Gründerzentren und die Beratung gründungswilliger Wissenschaftler müssen weiter erleichtert werden. Durch die Angebote der Universität und Fachhochschule zur Zusammenarbeit müssen Existenzgründer in unsere Region gelockt werden. Entsprechend angepasste Ansiedlungsmöglichkeiten sollen auch auf den Konversionsflächen der U.S. Armee und der Bundeswehr entstehen.
Wer gut sein will, muss Leistung bringen. In einer Gesellschaft, in der Konsum und Medien eine immer größere Rolle spielen, bleibt die persönliche Leistungssteigerung durch fehlende Anreize meist auf der Strecke. Daher muss die Wertekommunikation bekräftigt werden. Stichworte, wie Ehrgeiz, Strebsamkeit, Ausdauer, Begeisterung und Fleiß sind Indikatoren für eine Leistungsgesellschaft. Der Alltag heute kann mit einem gesunden Normen- und Werteverständnis für viele Jugendliche leichter bewerkstelligt werden.
Um Schülern die Einhaltung der Lehrpläne und Eltern die Sicherheit nicht ständig wechselnder Schulzeiten zu geben, muss an der Umsetzung der Unterrichtsgarantie Plus festgehalten werden.
Schüler müssen eine individuelle Förderung erhalten. Um dies zu gewährleisten ist die Schulformvielfalt und -Wahlfreiheit unumgänglich.
Unsere Kleinsten brauchen uns am meisten! Hessen hat einen hohen Bevölkerungsanteil von Singles und Alleinerziehenden. Gerade deshalb sind Kindergartenplätze und ausreichende Ganztagsbetreuungsangebote besonders wichtig. Die Junge Union fordert kostenfreie Kita-Plätze, um Eltern finanziell zu entlasten. Dies muss eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land und Kommunen sein.
5.) Tourismus und Kultur
Die Stadt Gießen bietet eine kulturelle und touristische Vielfalt.
Die Junge Union begrüßt Neuerungen wie die historischen Wegweiser und die Hotelroute, welche Gießen als Tourismusstadt aufwerten. Um die touristische Bedeutung Gießens weiter zu steigern befürwortet die Junge Union interkommunale Zusammenarbeit, z.B. entlang der Lahn.
Angebote wie Stadtfest, Krämer- und Weihnachtsmarkt müssen erhalten und attraktiver gestaltet werden. Die Junge Union begrüßt, dass den Gießener Vereinen im Zuge der Neubebauung Berliner Platz ein Kulturraum zur Verfügung gestallt wird.
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6.) Sicherheit - JUng gegen Gewalt!
Gewalt an Schulen, unter Jugendlichen oder in Familien ist leider keine Seltenheit! Statt den verbalen Austausch in einem Konfliktfall als Verhandlungsmethode zu wählen, werden manchmal auch Jugendliche aggressiv und handgreiflich. Die Gründe hierfür sind breit gefächert. Das Fernsehen, Gewaltspiele und das Internet sind nur einige Schlüsselindikatoren, wodurch Inhalte vermittelt werden, die Gewalt noch weiter fördern. Ohne verstärktes Engagement der Eltern wird sich diese Problematik nicht in Gänze aufheben. Die Junge Union sieht gerade in den medialen Technologien eine Gefahr, da diese oftmals im Elternhaus, sei es durch fehlendes Pflichtbewusstsein oder die berufliche Einschränkung, nicht genügend kontrolliert und pädagogisch aufgearbeitet werden können.
Um eine sichere Stadt zu erhalten, sollten auch an hoch frequentierten Plätzen zusätzliche Kameras aufgestellt bzw. angebracht werden. Vor allem im nahen Umkreis der Galerie Neustädter Tor wären diese Präventionsmaßnahmen, die schon am Marktplatz für ein ruhiges Umfeld gesorgt haben, von Wichtigkeit. Die Junge Union fordert weiterhin zu prüfen, an welchen Örtlichkeiten entsprechende Maßnahmen vorgenommen werden sollten.
Wo, wenn nicht in der Schule, könnten so viele Jugendliche auf einmal erreicht werden? Informationsveranstaltungen zum Thema "Gewalt" werden zwar schon z.B. durch den Präventionsrat angeboten, doch reichen diese noch lange nicht aus, um Gewalttätigkeit einzudämmen und ausreichend zu verhindern. Vorträge dazu sollten in den Klassen jährlich zum Pflichtprogramm werden. Neben Vertretern der Polizei, könnten z. B. ebenfalls Kaufhausdetektive mit eingebunden werden und über ihre Erfahrungen berichten. In der Grundschule, in den Klassen 5-7, 8-10 und 11-13 müsste jeweils ein Besuch bei einer Polizeidienststelle oder einer Jugendhaftanstalt - gemeinsam mit einem Sozialarbeiter - vorgenommen werden. Daraus folgend könnte nicht nur der Beruf des Polizisten bzw. des Sozialarbeiters näher gebracht werden, sondern auch das Ordnungsverständnis eines jeden Jugendlichen geweckt werden.
Besonders aktive Schulen sind auf diesem Gebiet ausreichend zu würdigen. Hier ist nicht nur die Stadt, sondern sind auch die freien Unternehmen aufgefordert, adäquate Angebote zu erstellen, die aus Hinwendungen wie z.B. Unterstützung durch Materialspenden für den Unterricht oder sogar aus einem Bonussystem für Schüler bestehen könnten.
7.) Wirtschaft
Die Stadt Gießen liegt im Herzen Europas und in der Mitte Deutschlands. Gießen ist eine Stadt mit überaus ausgeprägten Bildungseinrichtungen. Durch die Universität und die Fachhochschule kommen Jahr für Jahr immer wieder junge Menschen in unsere Stadt. Manche von ihnen bleiben und viele von ihnen gehen nach ihrem Studium wieder. Ziel muss es sein, so viele dieser jungen Menschen wie möglich in unserer Stadt zu halten.
Der Stadtverband der Jungen Union Gießen begrüßt und unterstützt daher ausdrücklich die Gründung des Existenzgründerfonds "RegioMit". Insbesondere angehende junge Unternehmer haben somit die Möglichkeit, sich in der Stadt und der Region eine Existenz aufzubauen. Die Politik hat mit "RegioMit" einen Fonds geschaffen, den sie aktiv begleiten kann und eine wichtige Voraussetzung dafür ist, um langfristig Arbeitsplätze in der Stadt und der Region Gießen nicht nur zu halten, sondern eventuell auch zu schaffen.
Die Junge Union Gießen spricht sich dafür aus, in Zukunft die endogene und exogene Wirtschaftsförderung auszuweiten. Insbesondere sind Maßnahmen, wie die Senkung der Hebesteuer für einige Jahre, oder günstiges Bauland für interessierte Unternehmen zu prüfen. Für bereits angesiedelte Unternehmen sind entsprechende Maßnahmen, wie Vorzugskredite, Beteiligungen und finanzielle Unterstützung für Investitionen zu prüfen. Wir befinden uns auch auf kommunaler Ebene in einem ständigen Wettbewerb mit anderen Städten und Regionen. Es ist besonders wichtig, Unternehmen in der Stadt zu halten. Durch Anreize der endogenen und exogenen Förderung an die heimischen Unternehmen werden auch mittel- und langfristig Arbeitsplätze in unserer Stadt geschaffen.
Es wird mittel- und langfristig nötig sein, weiterhin in die Infrastruktur und die Attraktivität Gießens zu investieren. Aufgrund der Lage der öffentlichen Finanzen spricht sich die Junge Union Gießen dafür aus, auch weiterhin kommunale Aufgaben zu privatisieren.
Die Junge Union Gießen fordert einen aktiven Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Universität und Fachhochschule, um weitere Anreize für Existenzgründungen und eine positive Arbeitsplatzentwicklung zu erreichen und zu fördern. Das Zentrum für Arbeit und Umwelt Gießen (ZAUG) muss in enger Abstimmung mit der GIAG effiziente Arbeit in der Beschäftigungsförderung leisten. Das bei ZAUG vorhandene Wissen über die Akquise von Fördermitteln ist der privaten Wirtschaft als Beratungsdienstleistung zur Verfügung zu stellen.
Eine Ausweitung über die derzeitigen Tätigkeiten lehnen wir ab!
Darüber hinaus ist ein Konzept und ein entsprechendes städtisches Angebot notwendig, um gerade die an der Universität und Fachhochschule ausgebildeten jungen Menschen in unserer Stadt zu halten.
8.) Umwelt geht uns alle an!
Die Junge Union setzt sich konsequent dafür ein, dass der Umwelt- und Naturschutz auch in Zukunft in Gießen eine wichtige Rolle spielt. Von einer sauberen und intakten Umwelt profitieren alle Bürger unserer Stadt. Aus diesem Grund möchte die Junge Union alle Gießener für den aktiven Umweltschutz im Alltag sensibilisieren! - Jeder einzelne ist aufgefordert, Abfälle lediglich in den dafür vorgesehenen Mülleimern zu entsorgen, anstatt sie einfach "in die Umwelt wegzuwerfen"!
Achtlos weggeworfener Müll verunreinigt die Umwelt und schadet ihr, außerdem verschandeln solche Abfälle Gehwege, Fußgängerzonen, städtische Grünanlagen usw. und vermindern so die Lebensqualität aller Bürger! Hinzu kommt, dass ein - wenn auch nur teilweise - durch Abfälle verunreinigtes Stadtbild einen eher negativen Gesamteindruck einer Stadt prägt und auf diese Weise auch potentielle Mieter und Investoren, die wichtig für unsere Stadt sind, abschrecken könnte!
Die Junge Union fordert daher, dass im gesamten Stadtgebiet, vor allem an den Wanderwegen entlang der Lahn und in den städtischen Grünanlagen genügend Mülleimer aufgestellt werden, insbesondere dort, wo Sitzbänke Rastmöglichkeiten für Passanten bieten! Weiterhin macht sich die Junge Union dafür stark, zu prüfen, ob Sozialleistungsempfänger zu gemeinnützigen Tätigkeiten herangezogen werden können, um so einen Beitrag für die Sauberkeit unserer Stadt zu leisten.
Besonders bei neuen Straßenbaumaßnahmen in Kreuzungsbereichen muss grundsätzlich geprüft werden, ob die Einrichtung von Kreisverkehren anstelle von Ampelanlagen sinnvoll ist. Für einen Kreisverkehr und gegen eine Ampelanlage sprechen folgende Faktoren:
Der Verkehrsfluss läuft über einen Kreisverkehr erheblich stetiger und die Bildung von Verkehrsstauungen nimmt deutlich ab!
Durch den stetigeren Verkehrsfluss verringert sich auch die Notwendigkeit für die Autofahrer, ihren Pkw vorübergehend anhalten zu müssen - was bei der Rotphase einer konventionellen Ampelanlage unumgänglich ist. Da aber gerade das erneute Anfahren einen erhöhten Schadstoffausstoß bedingt, wäre ein Kreisverkehr, der keine "Rotphase" kennt, deutlich besser für die Umwelt!
Mit der Anlage eines Kreisverkehrs entfällt die regelmäßig notwendige Wartungsarbeit an den Ampelanlagen, sowie auch die Einbindung und Installierung in das vorhandene Großrechensystem.
Ein Kreisverkehr wertet eine Kreuzung auch optisch auf, da in seiner Mitte meistens eine kleine Grünfläche angelegt wird!
Bezüglich des in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebauten Fahrradwegenetzes fordert die Junge Union, dass vor allem die innerstädtischen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder ausgebaut werden, damit das Fahrradfahren in Gießen in Zukunft noch attraktiver wird und noch mehr Menschen als bisher dieses umweltverträgliche Fortbewegungsmittel wählen!
Der JU Stadtverband Gießen versteht sich als politische, soziale und christlich orientierte Vereinigung, die das gesellschaftliche Leben der Stadt aktiv unterstützt!