Ministerin Lautenschläger: „Energie muss umweltverträglich, sozial und bezahlbar sein“
Jungen Union lud Ministerin Lautenschläger zum Thema Erneuerbare Energien ein
„Energie muss umweltverträglich, sozial und bezahlbar sein,“ erklärte die Landtagsabgeordnete und Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Lautenschläger, vor etwa 40 Gästen im Bootshaus Gießen. Die Ministerin referierte dort über das Thema „Erneuerbare Energien – Herausforderung für Politik und Forschung“ und folgte dem Wunsch des Kreisverbandes der Jungen Union Gießen, der interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen hatte.
Zu Beginn führte der heimische CDU-Bundestagskandidat, Dr. med. Helge Braun, in das Thema ein. „In Zukunft wird es auf Innovationspolitik, moderne Technologien und die Gesundheitspolitik ankommen“, unterstrich Braun. Gerade die Alleinstellungsmerkmale von Firmen aus der Gießener Region, die hohe Forschungsdichte etwa durch die FH Gießen-Friedberg und die Justus-Liebig-Universität Gießen seien Markenzeichen seines Wahlkreises Gießen/Alsfeld. Darüber hinaus spiele für ihn die Unterstützung der vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger eine große Rolle. Ohne dieses Engagement werde eine Gesellschaft, die vom demografischen Wandel gezeichnet ist, farblos und weniger attraktiv.
Dass die Energiepolitik eine Kernkompetenz der Christlich Demokratischen Union sei, führte Lautenschläger sehr deutlich aus: „Wir arbeiten an vielen Lösungen“, dies müsse bei den Wählerinnen und Wählern noch deutlicher herausgestellt werden. Die Landesregierung habe sich in ihrem Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Anteil am Endenergieverbrauch ohne Verkehr von aktuellen sechs auf 20 Prozent zu steigern. Für umweltverträgliche Übergangslösungen habe die Landesregierung beispielsweise ihre Kontakte zur Forschung intensiviert. Um das Thema voran zu bringen, wurde eigens unter ihrer Leitung ein Expertengremium berufen, das bis Ende des Jahres ein Eckpunktepapier vorlegen wolle. „Wir gehen kraftvoll an die Arbeit, um unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen“, sagte Lautenschläger. Hessen setze auf einen Energiemix, bei denen im Bereich der erneuerbaren Energien neben der Kraft von Sonne und Wind vor allem die Biomassenutzung weiter gestärkt werden solle. Es gehe aber nicht nur um die Stromgewinnung, sondern auch um den Wärmesektor. Deshalb werde gezielt die Wohnungswirtschaft mit eingebunden. „Wer in der aktuellen Diskussion nur über Strom redet, der greift zu kurz“, so die Ministerin.
In der abschließenden Fragerunde, die von der Kreisvorsitzenden der Jungen Union, Katja Häckel, geleitet wurde, lobten viele Teilnehmer die Investitionen in die Energiespeicher- und Grundlagenforschung. Darüber hinaus erläuterte die Ministerin, sichere Atomkraftwerke nur dann zu verlängern, wenn die Anbieter Gewinne in einen Milliardenfond für den Ausbau und die Förderung regenerativer Energien einbezahlten. Eine Laufzeitverlängerung zum Nulltarif werde es nicht geben. Abschließend ergänzte die Ministerin, dass die Kernenergie als Übergangstechnologie für den unabhängigen und auch kostengünstigen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland noch eine Weile notwendig sei. Im Vordergrund müsse aber immer die technische Sicherheit stehen.