Zu einem Vortrag von Prof. Matthias Zimmer MdB, Vorsitzender der CDA Hessen, hatten die Gießener Kreisverbände der FrauenUnion, der Jungen Union sowie der CDA in das Kerkrade-Zimmer der Gießener Kongresshalle eingeladen. Mindestens zwei gute Nachrichten konnten die zahlreichen Besucher mitnehmen: Die gesetzliche Rente ist sicher und die Deutschlandrente könnte eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung sein.

Prof. Zimmer rollte das Themenfeld geschichtlich ausführlich auf, mit der Einführung der Rente zu Zeiten Bismarcks und der Rentenreform im Jahr 1957, durch die das bestehende System in ein Umlagen finanziertes und dynamisiertes gewandelt wurde, das bis heute die wichtigste Säule der Altersvorsorge darstellt. 2001/2004 folgte dann die Rentenreform unter Rot-Grüner Koalition, an der die Union mitwirkte, da die gesetzliche Rente nicht demographiefest ist. Deswegen wurde mit der Riester-Rente eine private Rentenversicherung auf Kapitalbasis geschaffen, die der Staat bezuschusst. Allerdings ist die Riester-Rente unglaublich kompliziert und es gibt bis heute kein Standardprodukt der Versicherungsunternehmen, so dass sie nicht so angenommen wurde wie erhofft. Zudem ist sie ein Provisionsprodukt und es entstehen administrative Kosten von bis zu 15 Prozent bei den Versicherern.
Entgegen den Erwartungen hat sich die gesetzliche Rente mit 48 % besser entwickelt als prognostiziert. Eine „Deutschland-Rente“ als Ergänzung hierzu wäre ein einheitliches, für alle leicht zu verstehendes Produkt im Rahmen einer Riester-Rente in einem Deutschland-Fonds. Die administrativen Kosten wären mit einem einzigen Standardprodukt wesentlich geringer. Das in den Deutschland-Fonds eingezahlte Geld bliebe Eigentum der Versicherten, der Staat hätte keinen Zugriff darauf. Und es wäre eine lebenslange Rente garantiert. Diese und andere Pläne werden derzeit in der Rentenkommission der Bundesregierung diskutiert, in der gemeinsam mit Spezialisten die Leitplanken der Rente bis 2045 festgelegt werden sollen.

Erfolgreich wurde der Abend durch die fundierten und anschaulichen Ausführungen von Prof. Zimmer und das aktive Einbringen des bunt gemischten Publikums. Bei den vielen Nachfragen in der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um Aspekte der Mütterrente sowie um die Generationengerechtigkeit. Der Vorsitzende der Gießener CDA Gregor Verhoff dankte gemeinsam mit dem JU-Vorsitzenden Lucas Schmitz dem Gastredner nach etwa zwei Stunden für die anschaulichen und fundierten Ausführungen. Der Dank galt aber auch den vielen Gästen, die trotz des Beginns der Bundesligasaison, des Scooter-Konzertes auf dem Schiffenberg und des gleichzeitigen Besuchs von Volker Bouffier in Grünberg nach Gießen gekommen waren.

(Pressemitteilung der CDA Gießen vom 25.08.2018)

Das Gruppenbild zeigt v.l.n.r.: Selda Demirel-Kocar, stellv. Vorsitzende der FrauenUnion, Gregor Verhoff, Vorsitzender der CDA, Prof. Matthias Zimmer, Lucas Schmitz, Vorsitzender der Jungen Union

« JU Gießen gewinnt Mittelhessencup